Mittwoch, 11. Mai 2011

Wie werden aus neuen Technologien erfolgreiche Innovationen?

Es gibt Sie noch: enthusiastische Start-Up's mit einer brillianten neuen Technologie. Doch leider zu oft scheitern viele Jungunternehmer, wenn nach ersten öffentlich geförderten Jahren die Idee am Markt gewinnbringend verkauft werden soll.
Zeigt sich dann mangelndes Verkaufstalent? Oder, ist die Technologie doch nicht so innovativ wie anfangs gedacht?

Dr. Goldratt formulierte unlängs folgende Fragen für erfolgsorientierte Start-Up's, die mein Fachkollege Michael Dalton gemeinsam mit Eli Schragenheim in seinem aktuellen Blog "Simplifying Innovation" ebenfalls diskutiert.

Eine neue Technologie kann einen Nutzen bringen, WENN UND NUR WENN die neue Technologie bestehende Begrenzungen/Einschränkungen auflösen kann.
1. Was ist die 'Power' Ihrer neuen Technologie?
Bild: David Niblack


Ihre Kunden arbeiten/leben heute ohne diese neue Technologie. Das bedeutet, bei Anwendung Ihrer neuen Technologie muss Ihr Kunde sein VERHALTEN (z.B. Vorgehensweise) ändern, um überhaupt in den 'Genuss'  Ihrer neuen Technologie zu gelangen. Daraus folgt die zweite Frage:

2. Welche Technologie-Anwendungen müssen entwickelt werden, damit Ihr Kunde überhaupt sein bisheriges Verhalten ändert?


Und letztlich: Wenn Ihr Kunde sein Verhalten / seine Vorgehensweise nicht ändert oder bei Kenntnis Ihrer neuen Technologie nicht ändern will, dann bringt Ihr neues Konzept keinen wirklichen Nutzen. Hart aber Wahr.

Beantworten Sie daher folgende Fragen für sich:

3.1 Welche Begrenzungen/Einschränkungen gibt es und wer hat sie?
3.2 Was ermöglicht es den potentiellen Kunden heute mit diesen Begrenzungen/Einschränkungen zu leben/arbeiten?
3.3 Was verändert sich, sobald die Begrenzung/Einschränkung aufgelöst ist?
3.4 Welches Produkt wird auf Basis der neuen Technologie am besten geeignet sein, damit Ihre Kunden den Sprung hin zu einem veränderten VERHALTEN machen (vgl. iPad)?

Diese Fragen können so oder in ähnlicher Form auch im Rahmen der Engpasskonzentrierten Strategie (kurz: EKS) gestellt werden, und zur Klärung des externen Minimumfaktors der Kundenzielgruppe dienen. Die Vorgehensweisen sind somit sehr ähnlich. Häufig ist bei der Entdeckung neuer Technologien jedoch noch gar keine klare Zielgruppendefinition getroffen worden. Start-Up's müssen einen aufwendigeren Weg zur Klärung Ihrer Marktchancen gehen.


Die Beantwortung dieser und weiterer Fragen sind extrem wichtig nicht nur für Start-Up's, sondern letztlich jedes Unternehmen, dass vorbereitet erfolgreiche Innovationen am Markt platzieren will. Ich begleite Unternehmen die einen Prozess durchlaufen wollen, bei dem am Ende ein klares und durchdachtes Konzept für die Einführung einer neuen Technologie steht.

Jürgen Kanz
www.juergen-kanz.de